Mein Weg - Glaubensmuster 21 June 2006
Mein Weg - Glaubensmuster
Für mich war es nicht immer so, wie ich es hier vieler Orts beschreibe, dass ich mich selber in voller Verantwortung als der Schöpfer meiner eigenen Realität, meines eigenen Lebens erkannt hatte. Nein, ich ging einen ziemlich langen Weg bis hierher.
Schon immer war es für mich wichtig mich und andere Menschen zu beobachten, wie meine und ihre “Psychologie funktioniert”. Wie Mensch “funktioniert”. Wie kommt es dazu, dass es so ist, wie es alles ist?!…. Das war immer meine Frage.
Nach langer Zeit der Selbstbeobachtung war es mir sehr klar, dass wenn ich die Wahrheit über mich selber erfahren wollte, dann musste ich auch sehr ehrlich zu mir selber sein.
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So begann ich mich unter diesem Aspekt selbst zu beobachten.
Was ist es, was ich wahrhaftig fühle, wenn ich zu meinen Kindern spreche oder zu meinem Mann, Freund, Eltern oder wem auch immer. Ich beobachtete, was ich sagte und das, was ich wirklich in mir fühlte. Mit den Jahren stellte ich fest, dass das, was ich glaubte, was ich als wahr empfand gar nicht meine eigene Wahrheit war sondern eine Lüge mir selber gegenüber um im Außen etwas aufrecht zu erhalten, was ich gerne wahr haben wollte. Das konnte mit Gefühlen des Stolz in Verbindung stehen oder mit dem Gefühl der Unzulänglichkeit. Mit Angst oder was auch immer. Ich entdeckte, dass ich oft etwas sagte und tat nur um dem zu entsprechen, woran ich glauben wollte. Meistens waren es Vorstellungen über mich selbst und das was ich glaubte, was die anderen über mich denken könnten.
Um so ehrlicher ich meine eigenen Beweggründe in meinen Lebenssituationen wahrnahm, desto klarer konnte ich auch meine eigenen Gefühle und Ängste erkennen. Ebenso konnte ich auch beobachten, wie mein eigenes Verhalten sich auf Situationen in meinem Leben auswirkte sowie auf die Beziehungen zu anderen Mitmenschen.
Habe ich mich mit Wut und Angriff präsentiert, dann bekam ich auch Verteidigung zurück.
Habe ich meine Wut in mir als die meine erkannt und in mir die Verantwortung dafür übernommen, dass ich mich jetzt wütend über irgend etwas fühlte, da ich eine Situation auf eine bestimmte Art und Weise interpretiert hatte, dann machte ich den anderen nicht mehr für meine Wut verantwortlich. Damit erfolgte dann auch kein Angriff mehr, da ich “bei mir blieb”. Ich projektierte meine Wut nicht mehr nach Außen sondern betrachtete sie selbstverantwortlich in mir selber. - Das führte zu einer anderen Situation im Außen. Die Person mir gegenüber war sozusagen keinem Angriff von mir ausgesetzt und “musste” von daher auch nicht mit Verteidigung reagieren.
Wenn sich mir gegenüber eine Person in seiner Wut präsentierte, dann konnte ich ihn betrachten und erkennen, dass er über irgend etwas in sich selber wütend war, was eigentlich nichts direkt mit mir zu tun hatte und übernahm sozusagen nicht die Verantwortung für das Gefühl des anderen. Ich konnte die Verantwortung dort lassen, wo sie herkam. Von daher gab es für mich auch keine “Gründe” mehr um mich gegen etwas verteidigen zu “müssen”.
Der nächste Schritt in mir war dann mich zu fragen, wo denn mein Gefühl der Wut nun eigentlich wirklich herkam. Da ich ja nun die Verantwortung für mein Gefühl in mir selbst übernommen hatte und die Ursache nicht mehr im Außen sah, war es mir möglich frei auf meine eigene Wut zu schauen. Aha, ich war also wütend auf mich selber.
Dann gab es lange Zeiten der Analyse meiner Gefühle, zum Beispiel meiner Wut in mir, woher sie kam und wie ich sie denn nun “korrigieren” konnte. Ich suchte nach Ursachen in der Vergangenheit und vielen anderen Bereichen. - Im Rückblick eine “lustige” Zeit mit viel Spaß und Erkenntnissen verbunden, aber auch mit damals als viel Leid erlebte Zeit. So viel vermeintlicher Schmerz wurde in der Analyse scheinbar “aufgearbeitet”.
Nach einiger Zeit der Beobachtung stellte ich fest, mein Schmerz und alle möglichen anderen Gefühle waren sehr eng mit dem Verbunden, was ich glaubte wer ich bin, wer die anderen sind und was die Welt ist. Mit anderen Worten meine Gefühle hingen von meinen Glaubenmustern ab. Glaubensmustern die leicht zu erkennen und an der “Oberfläche” klar zu sehen waren und anderen, welche ich sehr versteckt, oft sogar vor mir selber, in mir hielt. Glaubensmuster machten meine Persönlichkeit aus. Ich erlebte das, woran ich glaubte, dass ich es bin.
Aber ich entdeckte auch einige “Tricks” in mir.
Wenn ich tief in mir glaube, dass ich nicht gut genug bin, dann versuche ich in meiner Umwelt alles zu tun, um diesen tiefen Glauben in mir zu vertuschen, damit er ja nicht wahr werden kann. Ich tue alles nur um gut genug zu sein. Alle meine “Kräfte” investiere ich dort hinein, um mich und andere Personen glauben zu lassen, dass ich toll und super gut bin.
Aus dem Glauben heraus nicht gut genug zu sein entwickelte ich mich zu einer Karrierefrau, um der Welt zu zeigen wie gut ich bin. Wenn dann nur ein einziger Mensch vorbei kam und irgend etwas an meinem “ich bin gut” kritisierte, dann bekam ich ein Gefühl der Wut und das Bedürfnis mich zu verteidigen. Denn das ist doch nicht wahr, glaubte ich. Ich machte mir doch die ganze Zeit selber vor, wie toll ich doch bin. Ich machte es mir solange vor, bis ich selber daran glaubte. Doch da schienen doch noch irgend welche versteckten Stimmen in mir zu sein, fast unhörbar, aber nach einiger Zeit nahm ich sie doch wieder wahr. Diese Stimmen zeigten sich in mir zuerst in Kritiken mir selber gegenüber. Ich beurteilte mich selber so, dass ich mir vormachte immer noch besser sein zu müssen. Das war dann Ursache eines Konkurrenzkampfes im Außen?!
Ein Konkurrenzkampf im Außen zeigt mir also einen Konflikt in mir innen an?!
Ein Angriff von Außen zeigt mir meine eigene Beurteilung in mir selber?! Das heißt, eigentlich ist jeder Angriff von Außen ein Spiegelbild meines eigenen Angriffs auf mich selber?! - Also noch mal ganz klar - ich glaube tief in mir, dass ich nicht gut genug bin, das verstecke ich aber in mir, da ich es nicht wahr haben will. Von daher kreiere ich etwas woran ich gerne glauben würde, es aber in meinem tiefsten Innersten nicht tue. Damit belüge ich mich eigentlich selber. Diese Lüge in mir findet Ausdruck durch mich indem ich mich selber immer wieder beurteile nicht gut genug zu sein, damit ich noch besser werde. Durch diese Lüge in mir beurteile ich mich. Mit anderen Worten ich greife mich selber an. Diesen inneren Angriff auf mich selber kann ich dann in meinen Lebenssituationen beobachten. Je nach Grad wird hier und da oder gar scheinbar überall in meinem Außen eine Art Angriff auf mich ausgeübt. Zumindest erlebe ich es so. Da ich ja in mir versuche zu verstecken fehlt es mir an Klarheit dieses zu erkennen.
Um so ehrlicher ich zu mir werde, desto klarer kann ich meine wahren Gefühle in mir wahrnehmen. Wenn ich dann an den Punkt komme, dass ich eigentlich die ganze Zeit über meinem eigenen Glauben diente, dass ich nicht gut genug bin, dann bin ich an mein zur Zeit wahres Gefühl angekommen. Kann ich diese Wahrheit über das, was ich da in mir glaube erst einmal so annehmen wie sie ist?! Wenn ich das in tiefer Wahrheit und Liebe und Anerkenntnis mir selbst gegenüber annehmen kann, dann werde ich irgend wann spüren, dass auch das eigentlich nicht meiner wahren Wahrheit entspricht. Allerdings kann dieser letztere hier beschriebe Fall nicht mehr über den Verstand geregelt werden. Das geht dann nur noch über meine sehr tiefen inneren Ebenen, zu welchen ich mich innerlich öffnen muss. Ich kann nicht über meinen Verstand fühlen. Wenn ich das versuche, werde ich ziemlich schnell an Grenzen gelangen, wo ich dann behaupten werde, dass das hier nicht stimmt und so nicht funktioniert. In meinem Verstand halte ich viele meiner Glaubenstrukturen fest.
Wie viel “Energie” habe ich dazu aufgewendet, um das, woran ich in meinem tiefsten Innern über mich glaubte, um das ja nicht zu erkennen aus der Angst heraus, dass wenn ich mir diese Wahrheit in mir über mich selber anschaue, dass es dann wahr werden könnte. Dabei übersah ich, dass ich es schon lange lange voll und ganz auslebte, nur eben in sehr “verbogener” und versteckter Art und Weise.
Wenn ich dann bereit bin das anzuerkennen, was ich wahrhaftig in mir fühle, dann werde ich feststellen, dass alles gar nicht so ist, wie ich glaubte, dass es sei. Dann beginne ich die Illusionen in mir zu erkennen und sie tief in mir zu fühlen als das was es ist, als Illusion. Im Außen betrachte ich dann vielleicht noch meinen Glauben von gestern, aber ich bin nicht meine Illusionen, ich erlebe sie lediglich…. und das ist ein gravierender Unterschied!
Zu welchem Glauben entscheide ich mich?! Was ist es, was ich als wahr in mir anerkenne?!
……..
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- june 2006 -



Liebe Britta, das ist sehr aufschlussreich und kann jeden Leser weiterbringen, wenn ….., tja wenn! Habe auch meine Erfahrungen mit “meinen Tricks”, (hihihi), es ist erholsam lustig, nicht der einzige zu sein, dem es so geht.
liebste Grüsse
von Guido