Ernsthaftigkeit

„ich muss mich um die Dinge kümmern“ heißt mein Glaubenssatz, mit welchem ich mich immer wieder in meine Ernsthaftigkeit zurück brachte und mein Nicht-Vertrauen ausdrückte.

Was hatte ich mich früher oft regelrecht „festgebissen“. „Das Leben ist ernst“ – unter diesem Motto (Glaubenssatz) versuchte ich alles was in meinem Leben geschah zu kontrollieren und in eine bestimmte Richtung zu schieben.

Da ich die Vorstellung hatte, dass es „Schlecht“ ist kein Geld zu haben und dass ich das ändern müsste um selber „Gut“ zu sein, konnte ich keine Situationen in meinem Leben annehmen, durch welche ich mir „Mangel“, das fehlen an Geld, kreiert hatte, Situationen in welchen das Geld eben einfach nicht anwesend war.

In dieser Ernsthaftigkeit konnte ich es auch nicht annehmen, als ich mir eines Tages selber mitteilte: „Genieße deinen Prozess“. Ich konnte mir damals nicht vorstellen, was damit gemeint war, so ernst betrachtete ich alles.

Vorhin, als ich in der Aufwachphase war kam dieses Thema noch einmal in mein Bewusstsein. Plötzlich schaute ich mir dieses Thema Ernsthaftigkeit an und erkannte, wie ich mir meine Angst durch genau diese Ernsthaftigkeit kreierte. Durch diese Nicht-Erlaubnis meinen Prozess als das anzuerkennen, was er war, ein Prozess. Wenn ich es als einen Prozess, ein untersuchen oder auskundschaften, erlaube, dann erlaube ich mir auch mein „Spiel“ in diesem Leben. Jedoch hatte ich mich vor langer Zeit für diese Ernsthaftigkeit entschieden und bisher noch nicht loslassen können. Und dass ich mir meine Angst genau durch diese Ernsthaftigkeit kreierte war mir jetzt auch neu. Doch durch dieses Erkennen sehe ich jetzt alle Zusammenhänge in mir sehr klar. Doch sehe ich sie auf einer Ebene, welche nicht mit meinem Verstand in Verbindung steht, sondern auf anderen inneren Ebenen in mir. Das ist ein Bereich, in welchem meine Klarheit „wohnt“, wo ich alles viel leichter und umfangreicher erkennen kann.

In diesem weiteren Bereich in mir zeigte sich mir plötzlich ein Energiebereich in meinem Körper, in meinem Rücken, in der Höhe meines Solarplexus. Er war fasst Ballgroß. Er zeigte sich mir plötzlich als der Bereich, wo ich meine Ernsthaftigkeit auf meiner Körperebene festgehalten hatte. Ich fühlte diesen Druck dort sehr oft, manchmal auch als Schmerz. Jetzt wo ich ihn energetisch innerlich „sehen“ konnte begann ich mit ihm zu atmen, in diesen Bereich hinein zu atmen, in der Anerkenntnis dessen was er ist. Dadurch löste er sich auf.

Während ich hier schreibe bemerke ich, dass dieser Druck im Rücken wieder anwesend ist. Wenn ich mich wieder in diese Anerkenntnis dessen begebe, was dieser Druck in meinem Rücken darstellt, wenn ich meine Ernsthaftigkeit in diesem Druck erkenne und anerkenne, dann verringert er sich wieder.

In diesem neuen Bewusstsein dessen, was hier in mir anwesend ist, erlaube ich mir immer mehr das Spiel in meinem Leben zu erkennen und die Dinge einfach so zu lassen wie sie sind. Obwohl tief in mir der Wunsch besteht alles verändern zu wollen. Doch wenn ich in diesen Wunsch hinein fühle und ihn anerkenne und mich dann frage ob es möglich ist es zu verändern, dann kommt: :“Selbstverständlich“ , nur jetzt bin ich eben gerade in einem Prozess der Erkenntnis und vor allem der Erfahrung, wie die Energien fließen und wie ich meine Situationen kreiere, und da ist es so wie es eben IST. Ich habe die Möglichkeit diesen Prozess als ein „Spiel“ meines Seins zu betrachten, als ein Ausprobieren, ein regelrechtes Erforschen (was nebenbei gesagt eine weitere innere Leidenschaft von mir ist) oder ich kann mich für die (Erfahrung der) Ernsthaftigkeit entscheiden (in dem „Spiel“). Wie ich mir eben aufzeigte, kreiere ich mir durch meine Ernsthaftigkeit nicht nur die Schwere in meinem Leben sondern auch meine Angst. In der Ernsthaftigkeit will ich immer, dass sich mir meine Situationen auf eine bestimmte Art und Weise zeigen, dass mein Geld hier ist. Durch diesen Wunsch gehe ich in die Nichtakzeptanz, aus der Nichtakzeptanz kreiere ich meine Unfähigkeit, aus der Unfähigkeit heraus kreiere ich mir meinen Mangel, in diesem Mangel und der Anwesenheit der Nichtakzeptanz kreiere ich mir meine Angst, dass die Dinge nicht so sein werden wie ich sie gerne hätte….. und dann hätte ich auch noch die Möglichkeit in meine Opferhaltung zu gehen, wo ich mir das Gefühl kreiere, dass ich all dem ausgeliefert bin, was ich mir hier selber kreiere….

Ich habe auch die Möglichkeit mein Leben und alle sich darin ergebenden Situationen als Spiel anzuerkennen. Wenn ich es als Spiel anerkenne, dann anerkenne ich mich in meinem Sein und identifiziere mich nicht mehr mit meiner Unfähigkeit. Die so genannte Unfähigkeit wird dann zu einem Erforschungsfeld mit welchem ich spielerisch in meinen menschlichen Situationen umgehen kann, anstatt sie in meiner Ernsthaftigkeit als nicht wünschenswert abzulehnen.

Ich sehe das Spiel immer wieder sehr deutlich, seit langer, langer Zeit und doch hatte ich mich immer wieder für die Ernsthaftigkeit entschieden. Irgendetwas schien mir innerlich wohl sehr daran zu gefallen. Ich fühle es ist Zeit dies loszulassen und Stück für Stück erlaube ich mir mehr in diesem Spiel zu sein. Ich fühle auch, dass da noch Anteile in mir vorhanden sind, welch noch nicht so ganz loslassen wollen. Diesen letzten Anteilen in mir gebe ich ebenfalls meine Anerkenntnis das sie anwesend sind und ich erlaube mir jetzt auch hierfür meine Lösungen in meinem weiteren Bewusstsein zu finden. Und hiermit entscheide ich mich erneut für die Erfahrung meines spielerischen Seins.

Kommentar schreiben

Die E-Mail Adresse ist vertraulich und dient ausschließlich internen Zwecken. Erforderliche Angaben sind markiert: *