Ich kreiere einen enormen Druck auf mich selber indem ich so sein möchte wie die anderen, den Vorstellungen der anderen entsprechen möchte. Wobei ich beachten muss, dass ich mir die Vorstellungen der anderen zu eigen gemacht habe, ich bin es, die mir immer wieder eine unerreichbare Latte vor die Nase hängt, mit welcher ich mir immer wieder Situationen kreiere in welchen ich mich nicht gut genug fühle, in welchen ich meinen eigenen Ansprüchen gegenüber nicht genüge.
Ich will erfolgreich sein, ich will viel Geld zur Verfügung haben, wie all die anderen. Warum kann ich mir das selber nicht kreieren?! Weil ich gewählt hatte zu erfahren, wie es sich anfühlt mich als „ich bin nicht gut genug“ zu erfahren. Was ich auch tue, wohin ich mich auch bewegen möchte, immer wieder kreiere ich mir Situationen in welchen ich mich als nicht gut genug empfinde.
Es geht mir einfach auf den Keks hier herum zu sitzen. Seit fast Jahren empfinde ich mich nicht mehr dem Erdenleben zugehörig, eigentlich war ich es noch nie. Ich war immer anders, nur ist es jetzt noch extremer als zuvor. Ich danke mir, dass ich Menschen in mein Leben hinein erlaube, mit welchen ich mich austauschen kann, welche ähnliche Erfahrungen machen wie ich. Aber es sind wenige. Und diesen sehr wenigen Menschen danke ich aus meinem Herzen!
Hier spricht gerade der Mensch aus mir, der frustriert auf diese physische Welt schaut und nicht weiß, wohin er sich bewegen soll….gefangen in meinem eigenen Gefängnis…. und wenn ich dieses scheinbare Gefängnis zu fühlen beginne, dann löst es sich einfach in Luft auf – also was soll das ganze Drama, es dient zu nichts weiterem als dazu, Drama zu fühlen…. viele Tränen, viel Frust, viel Ablehnung mir selbst gegenüber. Will ich so weiterleben?! – NEIN!!!! Heißt klipp und klar meine Antwort. Also was wähle ich dann? „Genieße den Augenblick“ kommt mir da lediglich. Leichte Funken der Klarheit kommen bei mir an, doch sie verschwinden auch wieder sehr schnell. Diese Dualität hat eine sehr starke Anziehungskraft und ich lasse mich immer wieder dort hinein ziehen…. das ist eigentlich eine klare und deutliche Aussage, dass ich Spaß daran habe, sonst würde ich es nicht tun. Ich tue immer nur das, was ich in jedem Augenblick für mich wähle, egal ob ich bewusst oder unbewusst wähle. Noch viele meiner Wahlen finden unbewusst statt. Und ich wähle meine Bewusstheit auch in diesen Bereichen.
So vieles ist so neu in meinem Leben, so neu, dass ich mich oft sehr verunsichert fühle. Es gibt keine genauen Richtlinien mehr, alles ist so anders.
Ich fühle Wut auf mich selbst, auf meine Essenz, Wut, dass mein Leben so ist, wie es ist. Ich mag es so nicht, ich will etwas anderes ohne genau zu wissen, was ich will. Oft fühle ich mich irritiert, orientierungslos und doch genau wissend wo ich hin will, nur mein Verstand versteht es nicht und von daher versteht es auch mein menschlicher Anteil nicht.
Was ist los, wo will ich hin, wo gehe ich hin?!
Das Leben scheint ein endloses, sinnloses Nichts zu sein. Wenn ich versuche Sinn hinein zu bringen, dann verliere ich mich erst recht, da ich dieses scheinbar normale Leben der restlichen Menschheit nicht mehr leben möchte, ich möchte etwas anderes, aber was?! Ich fühle es tief in mir kann es aber nicht erfassen.
Wo will ich hin, was will ich für mich in dieses Leben hinein bringen?
Heute ist für mich der erste Tag, an welchem ich meine Wut meiner Essenz gegenüber klar fühlen kann. Diese Wut, dass mein Leben so ist, wie es ist und ich mir nichts „besseres“ gebe.
Ich weiß doch, dass ich es bin, der meine Situationen so kreiert wie ich sie kreiere, aber was soll das?! Was soll dieses ewige herum sitzen und nicht wissen, was ich mit mir selber und meinem Tag anfangen soll. Andere würden das eventuell als Langeweile bezeichnen. Früher in diesem Leben war mir das Gefühl der Langenweile unbekannt. Ich konnte mich sehr leicht mit mir selber beschäftigen und fühlte mich sozusagen selbstzufrieden.
Heute fühle ich mich weit von dem entfernt. Und wenn mir jemand sagt, dass das Leben nur wunderschön ist wenn ich erst einmal im Kontakt zu meinem inneren Sein bin, dann kann ich nur leise lächeln.
Viel, viel Wut und Ärger mir selbst gegenüber ist oft in mir vorhanden, doch das Gefühl des Selbstmitleides beginnt sich zu verringern und stattdessen ergibt sich ein inneres schmunzeln über meine alten Erfahrungen und das was jetzt in diesem Augenblick anliegt.
In einem Moment empfinde ich Wut und will so nicht mehr leben und im nächsten Moment beginnt dieses Schmunzeln in mir im Sinne, na so schlimm ist es nun auch wieder nicht. Und die Wut hat keine Wurzeln mehr in mir, sie ist nur noch oberflächlich. Trotzdem gebe ich ihr meine Beachtung im Sinne meiner Ehre, dass auch sie ein Teil meines Seins ist.
……im Augenblick des Frustes wähle ich meine Achtung und Hochachtung für ALLES, was ich in diesem Leben tue und einbringe!!!!!!!!!!!!!!
Kommentare 2
Liebe Britta,
auch wenn es mir manchmal so vorkommt als ob wir nicht alllzu gut harmonieren, bin ich doch überrascht und gleichzeitig auch wieder nicht, wie übereinstimmend die Empfindungen sind.
Das Bezugssystem zu wechseln ist ein Prozess, der seine Zeit braucht glaube ich. Zurück wollen wir nicht und könnten auch nicht. Wo wir landen werden ist noch nicht sichtbar und entsteht vermutlich mit unseren eigenen Energien und bewusste Wahl. Wie vorher aber ganz neu.
Liebe Grüße
Posted 12 Okt 2007 at 00:13 ¶Karin
Liebe Karin,
Aus meiner Beobachtung heraus ist es so, dass jeder immer das sieht, erfährt und empfindet, was mit seiner eigenen Sichtweise übereinstimmt. Oft beobachte ich, dass Menschen in meinen Texten nicht mich sehen, sondern sich selber und das was mit ihnen in Resonanz steht, und das triggert in der Regel so wie es jeder gerade für sich wählt. Und wie ich es empfinde, ist es das, worum es im Endeffekt geht.
Aus meinem Zeitempfinden heraus erfahre ich meine inneren Veränderungen als einen Prozess, der seinen Zeitverlauf benötigt. Immer öfter ist es mir möglich mich in meinem “erweiterten” Bewusstsein “aufzuhalten”. In diesen Momenten habe ich meine alten Sichtweisen und Glaubenssysteme “verlassen” und erkenne mich in meiner Essenz immer mehr. Ich fühle auch, wie sie durch mein Erlauben immer stärker in meinem Ausdruck präsent ist. Das alles verändert meine Erfahrungen sehr, obwohl im Außen oft vieles gleich erscheint….und der Augenblick im Jetzt wird für mich immer mehr der einzige wirklich relevante Augenblick in welchem die Vorstellung von irgendwo hinzugehen zu verblassen beginnt.
Liebe Grüße - Britta
Posted 12 Okt 2007 at 06:56 ¶Kommentar schreiben